Wie die meisten von euch wissen, war ich im letzten Jahr 850 km quer durch die spanischen Pyrenäen geradelt. Vom Antlantik bis zum Mittelmeer.

Das war wirklich toll und nett – außer dem Fahrraddiebstahl am Ende 🙂 Aber eines störte mich dann doch: Da ich den Hauptkamm des Gebirges nur ganz im Westen und am Schluss ganz im Osten überquerte, waren die Pässe zum größten Teil unter 2.000 m hoch. Also deutlich zu niedrig! Da kurbelt man sich mühsamig hoch, aber oben stand ich dann doch meist irgendwie im Wald. Da fehlte mir ein wenig das „Alpenfeeling“ mit Felsen, karger Vegetation und weiten Ausblicken auf die umliegenden Gipfel. So wie auf dem folgenden Foto auf meiner Westalpentour von 2024:

Also sollte es diesmal wieder in die Alpen gehen. Die erste Idee war, einfach die Route des Grandes Alpes abzufahren. Vom Genfer See bis nach Nizza. Da sind die bekannten Tour-de-France-Pässe dabei wie Galibier, Izoard, Télégraphe, Iseran etc. Die bin ich noch nie gefahren.
Doch dann wurde mir ziemlich schnell klar, dass ich da auch schon im Juni ständig von „den größten Feinden des Radtouren-Fahrers“ umgeben sein werde: Motorad-Horden und Wohnmobilen….wie hier 2024 am Col de la Bonette:

Nicht schön! Kein Spaß! (Das kleine Rote ist mein Rad)
Die Lösung: Bei meiner letztjährigen Pyrenäen-Tour war ich erstmals zahlreiche kleine, einsamere Schotter-Straßen gefahren (neudeutsch: Gravel). Bisher hatte ich das meist vermieden. Doch das ging überraschend gut (auch bergauf). Warum sollte das nicht auch in den Alpen möglich sein?
So wälzte ich Karten und mich durch Internetforen und suchte mir an zahlreichen langen Winterabenden ein paar schöne Gravel-Pässe raus, in der Hoffnung, da etwas ruhiger unterwegs zu sein. Ich bin gespannt und werde euch berichten.
Vorab schon mal so viel: An 2 Stellen habe ich keinen fahrbahren Weg gefunden. Dort werde ich das Fahhrad und das ganze Gepäck über mehrere Hundert Höhenmeter tragen müssen 🙂