Von meinem Top-Zeltplatz ging es dann über die spanischen Grenze. Bis dahin waren noch 200 Höhenmeter zum Col de Lindus auf 1.200 m Höhe zu klettern. Die Grenze ist eher unscheinbar und nur für Kühe nicht zu überwinden. Diese Cattle-Grids (keine Ahnung, wie die auf deutsch heißen🫢) sind aber für schwer bepackt Radler auch nicht ohne. Ich habe vorsichtig rübergeschoben.

Auf der spanischen Seite kommt dann bald Roncesvalles. Das ist eine große Pilgerherberge auf dem Weg nach Santiago de Compostella. Und irgendwas muss das mit der Rolandssage zu tun haben. Ich erinnere mich nur schwach. Muss ich nochmal nachschlagen (geht aber ohne Netz gerade nicht)….

Ich wurde auch ständig gefragt, ab ich den “ Camino“ (also den Weg nach Compostella mache….Meine Antwort: „No, de Atlantico a Mediterraneo“….mehr gibt mein Spanisch nicht her….vielleicht ist das auch gar kein Spanisch?☺️

Insgesamt war meine Routenführung heute schon sehr speziell. Da ich ja möglichst dicht am Hauptkamm bleiben will, hatte ich mir auf der Karte kleine Sträßchen ausgewählt, die sich dann in der Realität oft als Schotterwege (Neudeutsch: Gravel) entpuppten. Die sind zwar schön, aber mit den fast 30 kg Gepäck schon echt anstrengend.
Immerhin trifft man so auch auf ein paar einsame Pferde beim Grasen.


Und das Blödeste: Ich habe schon seit 2 Tagen nur sehr sporadisch eine Datenverbindung fürs Handy. Und ohne Netz kann ich abends nichts berichten….

So gravele ich mich also stundenlang durch die netzlose Landschaft und komme nur langsam voran. Gegen 18 Uhr erreiche ich dann einen in der Planung schon lange vorab gecheckten Picnicplatz, wo ich übernachte.

Es gibt dort auch einen Grill. Und auf dem Aushang am Zaun gibt es ein Hinweis auf die „Rules of use of barbecues„. DUMM nur, daß man dafür einen QR-Code scannen soll….Ich wünsche viel Erfolg, wo es hier in der Einsamkeit doch kein Handynetz gibt🤔🙂….

Aber ich will ohnehin nicht grillen, sondern koche mir eine leckere Nudelsuppe (mit den Pantani-Nudeln von Tag 1). Hier dünsten gerade Karotten und Zwiebel als Suppengrundlage.

Vor dem Schlafengehen kommt alles Essbare in die Bäume. Weniger wegen der Pyrenäen-Bären oder Wölfe, sonder wegen der Wildschweine lasse ich nichts Essbares im Zelt. Auf Korsika habe ich da mal schlechte Erfahrungen gemacht…..
Ich habe wohl noch keine Nacht verbracht, die ruhiger war als diese. Im Umkreis von 20km gibt’s keinen Ort. Schon auch etwas unheimlich….
Hallo Uli,schön wieder von Dir zu lesen. Das ist ja jetzt schon sehr beeindruckend und es ist erst der Anfang. 🫣Hut ab.
Super spannend, freue mich schon auf die nächsten Bilder und Beiträge. Weiterhin alles gute👋
👋👋
Dann mal weiter auf Spaniens Schotterpisten. Weiterhin gutes, wenn auch sehr anstrengend anmutendes Weiterkommen.
Danke…eigentlich kann man ja Schotter nie genug haben….🙂