
Es ist schon erstaunlich, was moderne Zeltstangen so aushalten: Jedenfalls wurde ich in der Nacht gegen 12 geweckt, weil ein fürchterlichen Sturm das Zelt so eindrückte, dass mir die Bogenstange gegen den Kopf schlug. Dass die nicht gebrochen war, fast unglaublich. Dem Sturm folgte ein Gewitter, wie ich es noch nie erlebt habe. Peitschender Wind, alle 2 Sekunden so grelle Blitze, dass mir die Augen weh taten. Und dann von oben noch Wasser, Wasser, Wasser….In der Apsis bildete sich schon ein kleiner Sumpf. Ich musste raus, um ein paar Abflußrinnen zu graben. Eine sieht man noch auf dem obigen Bild. Und der bedrohlich nahe Tümpel war gestern auch noch nicht da….In den Bergen muss man damit rechnen. Immerhin war ich 1300 m hoch.

Alles war beim Zusammenpassen am Morgen noch recht feucht und klamm. Aber es musste ja weiter gehen…
Auf der Abfahrt bot sich mir dieser tolle Blick. Leider war der gigantische Berg (Pena Montanesa) im Gegenlicht.

Nach jeder Abfahrt folgt ein Anstieg. Und heute ging es hoch zum höchsten Punkt meiner Tour: Die Porta de Sahun auf 2000 Meter. Diesen netten „Supermarkt“ hatte ich mir bei der Planung schon vorgemerkt. So viele Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier oben nämlich nicht.

Winzig, aber er hatte alles, was ich benötigte. Sogar ein Croissant fürs morgige Frühstück. Und für den sofortigen Verzehr eine kalte Cola und eine Banane. 😀

Die Strecke wurde jetzt echt hochgebirgig.


Und, oh Schreck, mitten in einem unbeleuchteten Tunnel ist mir die Kette abgesprungen. Im Tunnel stieg die Straße auch noch fast 8 % an. Und er war nur einspurig. Ich hasse solche Tunnel…

Zum Glück gab es bald eine Ausweichstelle zu der ich schieben konnte. Hier habe ich die Kette dann in Ruhe wieder flott bekommen. Dazu musste allerdings das gesamte Gepäck runter. Ich war froh, als die Tunnelserie (es gab 5 in Folge) endlich vorbei war….

Die letzten 900 Höhenmeter zur Porta de Sahun waren nur noch eine GravelRoad. Das hatte ich bei der Planung zunächst übersehen. Und als ich es dann erfahren habe, hätte ich fast die halbe Route ändern müssen…also blieb der Weg im Programm.

Aber es fuhr sich besser als gedacht. Hier sind die ersten 200 Höhenmeter geschafft. Man muss halt wirklich bewusst langsam fahren, um Kraft für die Partien zu sparen, wo es rutschig oder extrem steil wird. Und im Training bin ich ja jetzt….🙂

Die letzten 350 Höhenmeter sparte ich mir für morgen auf. Mein Zeltplatz hatte etwas Heidimässiges: So wie man sich die Bergwelt vorstellt: Hohe Berge, dunkle Tannen (OK, in diesem Fall waren es Kiefern…🙂) und grüne Wiesen im Sonnenschein…und direkt neben dem Zelt plätscherte ein Bächlein. Und das Beste: Niemand kam und wollte mir das Zelten verbieten….Etwas Angst hatte ich nur, dass die hier weidenden Kühe über meine Zeltschnüre stolpern…aber es ging alles gut….
Du bist unser Held
Also so würde ich das jetzt nicht sagen wollen🙂. Aber Danke für eure Anerkennung!