Tag 14: Kilometer oder Nix!

Das ist Alphonso, den ich heute Morgen auf dem Campingplatz bei Macaners kennengelernt habe. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, macht er eine Rundfahrt um Spanien. Das ganze mit diesem innovativ bepackten Klapprad! Schön, dass es außer mir noch weitere (positiv) Verrückte gibt…..Sein grobes nächstes Ziel: Cabo da Gata. Das Kap liegt bei Almeria. Iris und ich waren dort auf unserer Spanienrundfahrt im letzten Jahr für 4 Tage. Ich habe ihm gleich mal unsere Pizzeria empfohlen….🙂.

Auf dem 43-Euro-Platz wasche ich morgens noch ein paar Shirts und Unterhosen. Nach einer neuen Methode, die ich dem Wandervogel von Tag 2 (der mit demselben Zielort wie ich) abgeschaut habe: Wäsche in einen wasserdichten Sack, Wasser und Waschmittel rein….und dann alles ordentlich durchwalken. Wie Waschmaschine 🙂….

Noch kurz mal bei Pep vorbeigeschaut. Doch es hieß, er sei nicht zu Hause. Macht gerade irgendwas in Mittelengland🙂⚽️⚽️.

Für mich heißt es heute vor allem: Kilometer machen. (Pep würde sagen: Kilometer oder Nix!) Denn 1. ist die heutige Strecke mit den beiden größeren Städten Ripoll und Olot jetzt nicht so nach meinem Geschmack. Und 2. will ich für morgen ein paar Kilometer rausfahren. Denn da werde ich kaum auf mein anvisiertes 50-km-Tagespensum kommen (mehr dazu dann morgen…)

Achdu…..damit hätte ich jetzt gar nicht gerechnet….🙂. Wie ich später rausfand, ist das aber keine Startpiste für Kampfbomber, sondern lediglich eine vergleichsweise harmlose Feuerwehrausfahrt….Klar, Katalanisch ist echt fast Französisch: Pompiers!

….und gleich zum nächsten Kapitell im Katalanisch-Kurs: Schon seit Tagen hatte ich mich gewundert, wieso es hier in fast jedem Ort eine Zementfabrik geben sollte. Doch heute wurde mir klar: Das „Cementiri“ auf den Wegweisern heißt was ganz anderes, nämlich…. Friedhof 🙂. Hätte man drauf kommen können…. Oben auf dem Foto sieht man einen davon. Auffällig ist, dass die oft über einen oder sogar mehrere Kilometer außerhalb der Orte liegen. Und alle sind von einer hohen Mauer umgeben.

Der erste Pass für heute….und der viertletzte meiner Tour. Deshalb die vier Finger…..Ich zähle runter.

Der allererste Esel, den ich unterwegs sehe. Und das im Land von Sancho Pansa! Früher, als ich noch mit Leander unterwegs war, hatten wir für solche Treffen immer ein paar Möhren zum Füttern dabei. Meine letzte hatte ich gestern selber in die Nudesuppe verarbeitet….Armer kleiner Esel….es gab nur ein paar frische Grasbüschel…..Und für mich endlich wieder Kaffee mit Schokokeksen. Mittlerweile war die Ladendichte deutlich höher. Die Verkehrsdichte aber leider auch manchmal.

Stellenweise ging es sogar direkt an einer Autobahn entlang. Ich bin jetzt halt schon in der Nähe von Figeras, Girona und Barcelona. Das merkt man…..

Aber es gab auch weiterhin sehr ruhige Abschnitte. So wie hier am drittletzten Pass oberhalb von Olot. Die Garrotxa (Hinweis auf dem grünen Schild) ist übrigens ein sehr interessantes Vulkangebirge. Das wusste ich vorher nicht. Sonst hätte ich die Strecke noch direkter an den Vulkanen entlang gelegt.

Hier sieht man einige alte Vulkane im Hintergrund. Im Vordergrund wieder: Unsere beliebte spanische Endlos-Leitplanke….

Und noch etwas Straßen-Typisches: Diese seltsamen Gebilde standen unterwegs an fast jedem Pass rum…Ich hielt sie – durchaus passend zu den vielen Zementfabriken 🙂 – zunächst für Betonbehälter, die hier für Straßenbau-Zwecke vorgehalten werden…aber es sind riesige Vorratsbehälter für Streusalz.

Am Abend hatte ich über 80 Tageskilometer geschafft. Zusammen mit den beiden Pässen schon nicht schlecht. Aber morgen sollte dieser „Vorsprung“ wegen einer weiteren, bewusst geplanten heftigen Gravelroute wieder zusammenschmelzen.

Heute Abend ging es dann schon wieder auf einen Zeltplatz. Die dichter besiedelte Gegend ist nichts mehr zum wild Zelten. Und damit schon wieder eine abendliche warme Dusche! Die zweite innerhalb von 2 Tagen….Erstaunlich, was so ein Körper alles aushält🙂🙂

2 Gedanken zu „Tag 14: Kilometer oder Nix!

  1. Ich glaube, du meinst Jan Ullrich. Das war der mit den Qualen…😀….Aber so qualvoll war das ja alles nicht. Ich habe es jedenfalls genossen….größtenteils.

  2. Hi Uli,

    Glückwunsch zur erfolgreich absolvierten Tour und Hut ab vor dieser Leistung und den dafür auf sich genommenen „Qualen“ (wie war das mit Didi Thurau?).
    Werde deinen Blog vermissen.

    Michael

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