Tag 3: Ich brauche ein Postkutschen- Pferd

Nach dem gestrigen Fast- Desaster stand heute die erste Gravel-Etappe auf dem Programm.

Und zwar die Route des Diligences – der Weg der Postkutschen. Erbaut um 1850 als erster Weg, der das Wallis (Schweiz) mit Chamonix (Frankreich) verband. Vor allem für die ersten englischen Touristen, die von hier einen herrlichen Blick auf den Mont Blanc hatten.
Er hat insgesamt 36 Spitzkehren, die einen Bereich von etwa 400 Höhenmeter abdecken und die auf dem Screenshot meines Routenplaners oben gut zu erkennen sind. Ganz nach meinem Geschmack – eigentlich….

Doch erstmal musste ich von 1.800 m auf 400 m ins Rhonetal abfahren. Unterwegs tauchte erstmals der Mont Blanc auf, den ich in den nächsten Tagen quasi in einer großen Schleife umrunde.

Auch die anderen Berge sind durchaus ansehnlich. Insgesamt eine rasante Abfahrt, ca. 20 km lang!

Unten hatte mich dann die Zivilisation wieder. Erstmal neu einkaufen bei Migros. Wenn man sich an den unteren Regalfächern orientiert, ist die Schweiz gar nicht mal so teuer 🙂

Rhone-Durchbruch vor Martigny. Da ist Platz für eine Autobahn, eine Landstraße, eine Eisenbahnlinie…..und das hier ist das, was für Radler übrigbleibt….schmal, auf der Gegenfahrbahn und mit erhöhtem Bordstein…..😏

So, und dann beginnt sie endlich, meine Route des Diligences….Aber das war dann doch eine Fehlplanung. Ich hatte zwar bei der Planung gesehen, dass die Route ca. 600 Höhenmeter überwindet….Was mir aber entgangen war: Sie braucht dafür nur 4 km! Das sind im Schnitt 15 Prozent Steigung. Unglaublich.

Hier kann man erahnen, wie steil das ist. Von den 36 Spitzkehren bin ich maximal 4 gefahren. Den Rest musste ich mühsam schieben. Ich frage mich echt, wieviel Pferde, die früher vor ihre Kutschen gespannt hatten….Und ich wünsche mir, dass mir wenigstens ein PostkutschenPferd zur Verfügung stünde….🙂

Naja, jedenfalls verläuft die Route im Schatten, was bei 35 Grad das Schieben etwas angenehmer macht. Und Platz für ein Mittagspicnic findet sich an der Mauer auch.

Direkt vor mir kämpft sich eine „moderne Poskutsche“ den Berg hoch. Unglaublich, wo in der Schweiz noch überall Züge fahren. Und ich wette, die sind pünktlich….

Naja, nach 4 Stunden war ich dann oben. Geht’s noch „schweiziger“ als dieses Hüttchen?

Gegen Abend erreichte ich dann Frankreich. Der kleine Grenzübergang war nicht bewacht. An der Goldenen Bremm in SB wird auf jeden Fall stärker kontrolliert. Dabei ist die Schweiz ja nichtmal EU. Etwa 6 Kilometer hinter der Grenze gibt’s einen Campingplatz. Ich brauche dringend eine Dusche. Sowas wie heute hält kein (Postkutschen)- Pferd aus🫡

3 Gedanken zu „Tag 3: Ich brauche ein Postkutschen- Pferd

  1. Jetzt verstehe ich voll und ganz, warum du diese Etappe nicht mehr am Abend kommentieren wolltest!!
    Du bist entschuldigt 😉.

  2. Und wieder -Chapeau.- Nach der ersten selbstgeschobenen Kurve hätte ich nach einer Alternative gesucht .
    Es kann ja nur besser werden. Erstverschlimmerung vorbei. Ich wünsche es dir. Ausserdem Kraft , Ausdauer und genügend Flüssigkeit bei dieser Hitze.
    Wenn einer eine Reuse tut, dann hat er was zu erzählen. Ich freue mich auf deime Erzählungen und fiebere mit.
    LG Rita

    .

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