Die Ankunft in Nizza

Auf meinen Lieblings-Camping in St. Etienne verbringe ich jetzt erstmal 2 volle Tage ganz entspannt. Ich bin zum 3. Mal auf der Parzelle Nr. 19. Die hatte ich aus alter Tradition gebucht, weil ich da schon 2022 und 2024 mein Zelt aufgeschlagen hatte.

Neben Wäsche waschen, erledige ich hier noch etwas Arbeit und schreibe fleißig meine Beiträge für diesen Blog. Und ich schlafe viel…..

St Etienne de Tinée ist ein kleines Bergstädtchen mit sehr stattlichen Häusern, hat aber außer einem winzigen Supermarkt und wenigen Restaurants eher wenig zu bieten. Aber genau deshalb bin ich ja hier. In Frankreich haben die Ferien noch nicht angefangen. Danach dürfte es auch hier etwas lebendiger werden.

Am Donnerstag Morgen mache ich mich dann auf den Weg für die letzten 100 km dieser Tour. Bis Nizza muss ich eigentlich nur dem Tinée-Tal folgen, bzw am Ende dem Var – also dem Fluss, in den die Tinée etwa 30 k vor Nizza mündet. Start ist um 7.30 Uhr (ohne Frühstück 🙂). Um 19 Uhr fährt in Nizza mein Nachtzug nach Paris – und den darf ich auf keinen Fall verpassen.

Das Tinée-Tal is super-grün und führt im Prinzip direkt nach Süden, dem Meer entgegen. Viel Verkehr ist hier nicht und ich komme flott vorwärts.

Es gibt allerdings noch eine Problemstelle: den Tunnel de la Mesclat. Das ist eigentlich die einzige direkte Verbindung aus den nördlichen Bergen Richtung Nizza. Alle Umfahrungen würden mich noch etliche weitere Höhenmeter und vermutlich mindestens einen halben Tag kosten. Doch wie ich vor meiner Tour erfahren habe, ist der 2 km lange Tunnel derzeit für Radfahrer gesperrt. 😮‍💨 Aber ich mache es, wie wohl die meisten einheimschen Radfahrer auch: dieses seltsame Verbot wird schlicht ignoriert. Es ist ja auch komplett dämlich: Auf der ganzen Anfahrtsstrecke, gibt es nirgends einen Hinweis auf die Sperrung – erst direkt am Tunneleingang steht dieses Verbotsschild. Auf eine möglich Umfahrung wird ebnfalls nicht hingewiesen. Ich fahre also durch und niemand stört oder wundert sich….alles ganz problemlos.

Nach dem diese letze nervenaufreibende Hürde geschafft ist, wird es Zeit für ein kleines Picknick. Vorher hatte ich dazu keine Ruhe, weil ich unbedingt erstmal Klarheit über diesen blöden Tunnel wollte – eventuell hätte ich ihn ja tatsächlich noch zeitraubend umgehen müssen.

Am Vorabend hatte ich mir sogar ein paar Eier hartgekocht. Sehr lecker….

Von hier sind es noch 25 km bis Nizza. Und es ist erst 12.30 Uhr – das sollte zu schaffen sein. Jetzt bin ich entspannt.

Nach dem Tunnel ändert sich nicht nur mein Gemütszustand, sondern auch das Klima grundlegend. Nichts mehr mit frischer Bergluft, sondern hier ist es tierisch heiß. Und ich sehe die ersten Olivenbäume und Feigen – zum Mittelmeer kann es nicht mehr weit sein.

Allerdings sind die letzten 25 km landschaftlich eher unterstes Niveau.…Der Fluss ist hier mehr so ein breiter Geröllstreifen, und es geht zwischen vierspurigen Straßen, kilometerlangen Industriezonen und ein paar wilden Müllkippen entlang. Nizza muss man sich hier echt hart verdienen….

…und vom Meer weht mir ein heftiger und warmer Wind entgegen. Puh, schlimmer als jeder Berg-Gravel-Pass.

Allerdings, dieser sehr dynamisch radelnde Hund ist echt lustig….und bis Nizza gibt es fast durchgehend einen separaten Radweg – auf den dieser Hund hinweist.

Es geht vorbei an der Allianz-Arena….ja auch hier gibt es die. Spielstätte des OSC Nice.

Und kur vor Schluss wird der Radweg tatsächlich nochmal: GRAVEL! 🙂 Aber eher von der feinen Sorte, kein grober Schotter.

Tja, und dann bin ich tatsächlich irgendwann am Ziel. Nach knapp 700 Kilometern und etlichen Höhen- und Schiebemetern. Aber erstmal geht es durch Vorstädte und am Flughafen entlang. Das schöne Nizza beginnt erst nach weiteren 3 Kilometern.

An der berühmten „Promenade des Anglais“ entdet dann diese Tour. Das Meer ist hier wirklich super-blau. Côte d‘ Azur! Hier noch ein paar Eindrücke….

Morgen ergänze ich noch ein paar Infos zur spannenden Heimfahrt mit dem Nachtzug und dem Flixbus bis nach Niederwürzbach.

28 Gedanken zu „Die Ankunft in Nizza“

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    mein größter Respekt vor deiner Leistung!
    Habe wirklich sehr gerne deinen Weg verfolgt.
    Müssen uns unbedingt mal wieder treffen.
    War glaube ich das letzte Mal in Nice 1976.
    LG
    Michael

    P.S. Hoffentlich kommst du noch mit Fahrrad nach Hause!

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