Tag 8: Bei 40 Grad zum Galibier hinauf

Am Morgen waren es eigentlich nur noch ca. 200 Höhnmeter bis zum Perronnet. Doch der Weg hier links am Zelt vorbei wurde dann noch schlechter. Das schwer bepackte Rad da hochzuwuchten war stellenweise nicht möglich.

Da hilf nichts, als erstmal die Taschen hochzutragen – und dann den Weg nochmal runter, und das Rad hinterher zu holen. Hier bin ich also als mein eigener Sherpa unterwegs. Schnell vorwärts kommt man so natürlich nicht gerade. Aber man hat ja Zeit….

Aber letztendlich gilt: Wo ein Weg ist, da kommt man auch irgendwie mit einem Fahrrad hoch. Obwohl der hier schon sehr speziell ist….

Wenn ich mich umdrehe, lugt über den Talabhang sogar noch mal kurz mein Mont-Blanc herüber. Den habe ich schon ein ganz schönes Stück hinter mir gelassen.🙂

Schließlich hat mich meine brummende, knisternde Kraftwerk-Leitung dann bis oben zum Col de Perronnet geführt. Es öffnet sich der Blick auf das Massif du Galibier. Das heißt: Kurz ins Tal runter (die Abfahrt dauert 2 Stunden) – und dann gleich wieder hoch…..Vorher noch einkaufen in St. Michel de Maurienne. Und weil ich nach irgendwelchen „Spezalitäten“ gefragt wurde: Hier kaufe ich mal einen Abondance-Käse (obwohl Beaufort im Angebot ist). Denn über den geht nichts! Aber sonst kommt in die Packtasche, was sich schnell zubereiten lässt: Irgendeine Soße, die man schnell über die Nudeln kippen kann, mal eine Dose Chili con Carne, Linsen mit Würstchen etc. Ich bin hier nicht auf einer kulinarischen Unternehmung….Kalorien sind angesagt. Und in jedem Laden ein gut gekühlter Apfel- oder O-Saft, der dann meist geich vor Ort geext wird. Oben gibts nur Wasser….

So, wo wir gerade vom Essen geschwätzt haben: Jetzt gehts ans Eingemachte! Hoch zum Col du Galibier. „Le Mythique“, wie das Graffiti verrät. Um die 1800 Höhenmeter und das Thermo zeigt….

Kurz vor der Aufnahme hier unten am Einkaufsladen im Tal, hatten wir die 40-Grad-Marke tatsächlich schon überschritten. Zum Glück bin ich recht hitzeresistent. Zusätzlich nutze ich meinen hübschen blauen Schal als Klimaanlage: Ins kühle Wasser getaucht und dann um den Hals. Kühlt wunderbar.

Dafür, dass dieser Weg keinen Namen hat, hat er doch ein hübsches Schild abbekommen oder? 🙂

Wer die Tour de France in der ARD verfolgt, weiß von Tour-Reporter Florian Nass, dass vor dem Galibier immer noch der Télégraphe liegt. Da gehts auf 1500 m rauf – und dann blöderweise erstmal wieder 300 runter, die man zum Galiebier wieder hoch muss. Wie nervig… Die Räder hinter meinem Rad gehören 3 jungen Bike-Packern, die wie ich ebenfalls aus der Schweiz nach Nizza unterwegs sind. Allerdings alles in ultraleicht….Ich schlage vor, einer von ihnen soll mal mein Rad anheben. Er kann es nicht fassen, dass man mit fast 30 Kilo Gepäck die Berge hochkommt.

Den Télégraphe rolle ich jetzt nur noch herunter bis Valloire auf den Zeltplatz. Von hier geht’s dann morgen wieder hoch zum Galibier.

2 Gedanken zu „Tag 8: Bei 40 Grad zum Galibier hinauf

  1. Zunächst einmal: vielen Dank für die prompte Essens- Info! Wobei- der Abondance- Käse wird laut Wikipedia als Dessert nach mehreren Gängen verzehrt. Da musst du kulinarisch noch etwas aufrüsten, fürchte ich…
    Dann habe ich mir die Fahrräder deiner Fahrradtour- Kollegen betrachtet: Wo bitte haben die überhaupt Gepäck? Wo schlafen die? Vielleicht fährt da so ein Versorgungs -Auto wie bei der Tour de France hinterher?🤔

    • nee, die hatten echt nur das Nötigste. So 1-kg-Zelte, 1 Paar Socken, Trikot und Hose zum Wechseln und Essen haben die sich unterwegs einfach irgendo gekauft. Nichts mit Kochen und gemütlich Kaffeetrinken am Morgen….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert