Tag 9: Durch Bonne-Nuit zur guten Nacht

Bevor ich mich weiter in Richtung Col de Galibier bewege, muss ich am Campingplatz erst nochmal ein paar berufliche Dinge erledigen. Schließlich muss man diesen Luxusurlaub ja auch irgendwie finanzieren….🙂. Daher starte ich erst so gegen 11.30. Das Wetter ist etwas trübe, aber ein paar Wolken sind mir bei der Hitze schon recht. Die Gegend wird – wie auf dem Bild oben zu sehen – immer wilder und hochgebirgiger. Ich fahre vorbei an Geröllhängen, die mehrere 100 m hoch sind.

Der Weiler (Hameau), an dem ich hier vorbeikomme, heißt tatsächlich Bonnenuit – also „Gute Nacht„. Aber so weit sind wir noch nicht. Ich hoffe eher auf einen guten Tag. Zum Galibier sind – wie hier auch zu sehen – natürlich Hunderte von Rennradfahrern unterwegs. Leider aber auch mindestens doppelt so viele Motorradfahrer. Der Lärm geht mir extrem auf den Wecker.

Allerdings: Mein eigentliches Ziel ist gar nicht der Galibier. Schließlich will ich ja Gravel-Pässe fahren, möglichst einsam und fern der nervenden Motorrad-Horden. Und auf der Internetseite „Route des Grandes Alpes-Gravel“ habe ich eine schöne Alternative gefunden: Etwa auf 2000 m Höhe zweigt von der Teerstraße eine Schotterstraße ab, die zu einer Kaserne der franz. Gebirgsjäger – und von dort zum Col des Rochilles führt. Dahinter liegen traumhafte Seen, an denen ich gerne campen möchte. Leider fängt es ordentlich an zu Regnen und Gewittern….

Der Weg führt in Serpentinen mit etwa 8 % Steigung hoch zur Kaserne. Der Schotter ist recht grob, aber auch teilweise sehr sandig. Aber man kann da immerhin ganz gut hochschleichen ohne zu Schieben. Unterwegs begegnen mir eineige Mannschaftfahrzeuge, die sich hier ebenfalls hoch- bzw. runterschockeln. Die Kameraden winken begeistert…

Hier habe ich das Lager bereits passiert. Direkt unten habe ich mich nicht getraut, ein Foto zu machen. Weiß nicht, ob man die militärischen Anlagen fotografieren darf. Das Lager liegt auf etwa 2.400 m Höhe, quasi mitten im Nichts. Keine Ahnung, was man ausgefressen haben muss, um nach hier beordert zu werden….Das Foto ist dann schon vom Col des Rochilles, der noch 100 m höher liegt. Unten im Tal hängen noch die Regenwolken. Auch ich bin das erste Mal auf dieser Tour so richtig nass geworden.

Und das hier ist der Blick vom Col in die andere Richtung: Auf den wundervollen Lac du Grand Ban. Was für ein Alpen-See! Ist der nicht wirklich traumhaft? Ich rolle nur noch runter zum Ufer und schlage mein Zelt auf. Außer ein paar Murmeltieren ist hier niemand.

Dieser Zeltplatz ist noch besser, als ich erwartet hatte. Er gehört sicher zu meinen absoluten Top 5! Das verspricht tatsächlich eine Gute Nacht – Bonne Nuit, wie mir das Ortsschild schon unten prophezeit hat….

7 Gedanken zu „Tag 9: Durch Bonne-Nuit zur guten Nacht

  1. The pursuit of the perfect, isolated route-whether physical or digital-is always about optimizing the path to minimize friction. Your search for quiet gravel paths mirrors the need for alternative digital access points. For reliable, alternative entertainment options, check out the ph365 app app download. Safe travels!

  2. Hey Uli, ich bin voller Bewunderung und freue mich jeden Tag auf deine Berichte! Weiter so, bleib gesund und hab viel Spaß! Liebe Grüße aus der (flachen 😉) Bretagne! Vicki

  3. Hallo Uli,was für ein Abenteuer. Das ist wirklich unglaublich und das alles bei diesen Temperaturen. 🥵🥵🥵
    Weiterhin gute fahrt.lg aus dem Harz

        • Schneereste trifft man so ab 2.000 m Höhe hier überall. Ich hab mal meine Hand in den See gehalten. Das Waser war schon erstaunlich warm – und ich wäre vermutlich reingegangen, wenn ich nicht vom Gewitter schon ziemlich durchnässt und durchfroren gewesen wäre. Da war mir mehr nach warmem Schlafsack, statt erfrischenden See🙂
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